Hier kommen acht Projekte, die neue Maßstäbe für urbane Lebensqualität setzen wollen.
Warum ist meine Wohnung so klein und so teuer? Warum gibt es hier keinen Schatten? Warum brauche ich 30 Minuten, um einen Park zu erreichen? Warum steht diese Brachfläche seit zehn Jahren leer? Und warum sitze ich jeden Tag im Verkehr?
Viele Stadtbewohner kennen diese Fragen – und Herausforderungen. Steigende Mieten und steigende Temperaturen, wenig Grün, umso mehr Verkehr und die Suche nach mehr Lebensqualität auf begrenztem Raum. Gleichzeitig ziehen immer mehr Menschen in urbane Räume: Nach Prognosen der Vereinten Nationen werden bis 2050 rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben.
Die Frage ist deshalb längst nicht mehr, ob Städte wachsen. Sondern wie.
Weltweit entstehen Projekte, die darauf unterschiedliche Antworten geben. Acht davon stellen wir hier vor.
Hier kommen acht Projekte, die neue Maßstäbe für urbane Lebensqualität setzen wollen.
Warum ist meine Wohnung so klein und so teuer? Warum gibt es hier keinen Schatten? Warum brauche ich 30 Minuten, um einen Park zu erreichen? Warum steht diese Brachfläche seit zehn Jahren leer? Und warum sitze ich jeden Tag im Verkehr?
Viele Stadtbewohner kennen diese Fragen – und Herausforderungen. Steigende Mieten und steigende Temperaturen, wenig Grün, umso mehr Verkehr und die Suche nach mehr Lebensqualität auf begrenztem Raum. Gleichzeitig ziehen immer mehr Menschen in urbane Räume: Nach Prognosen der Vereinten Nationen werden bis 2050 rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben.
Die Frage ist deshalb längst nicht mehr, ob Städte wachsen. Sondern wie.
Weltweit entstehen Projekte, die darauf unterschiedliche Antworten geben. Acht davon stellen wir hier vor.

Vertikale Gärten filtern Luft, verbessern das Mikroklima und schützen uns vor Hitzewellen.
In der Stadt der Zukunft funktionieren Hochhäuser als Lebensraum für Mensch und Tier und als Beweis, dass Städte grün wachsen können.
Wie holen wir die Natur zurück in die Stadt?
Madrid Río, Madrid
Jahrzehntelang trennte eine Stadtautobahn die Bewohner Madrids vom Fluss Manzanares. Anfang der 2000er Jahre entschied die Stadt, große Teile der Verkehrsachse unter die Erde zu verlegen. Auf der Oberfläche entstand ein über zehn Kilometer langer Grünraum mit Spielplätzen, Sportanlagen und neuen Uferlandschaften.
Madrid Río zeigt, dass Lebensqualität manchmal einfach dadurch entsteht, dass die Infrastruktur verschwindet.
Wie schaffen wir Gemeinschaft?
Superkilen, Kopenhagen
Im Stadtteil Nørrebro leben Menschen aus Dutzenden Herkunftsländern. Statt Unterschiede zu überdecken, machte Superkilen sie zum zentralen Gestaltungselement: Über 100 Objekte aus aller Welt – von Bänken bis zu Leuchtschildern – wurden gemeinsam mit Anwohnern ausgewählt und in den öffentlichen Raum integriert. Entstanden ist kein klassischer Park, sondern eine gebaute Identität des Viertels.
Wie integrieren wir Ökosysteme?
Bosco Verticale, Mailand
Zwei Hochhäuser, mehr als 900 Bäume und mehrere Tausend Sträucher: Seit Bosco Verticale 2014 eröffnet wurde, gilt es als eines der bekanntesten Beispiele für vertikale Begrünung. Die Pflanzen spenden Schatten, verbessern das Mikroklima und schaffen Lebensraum für Vögel und Insekten.
Wie leben wir mit Wasser?
Tianjin Qiaoyuan Park, Tianjin
Viele Städte versuchen Wasser möglichst schnell abzuleiten. Tianjin Qiaoyuan verfolgt den gegenteiligen Ansatz: Das ehemalige Industriegelände wurde in eine Landschaft umgewandelt, die Regenwasser speichert, filtert und kontrolliert wieder abgibt. Wenn es stark regnet, sammelt sich das Wasser an bestimmten Stellen des Parks. Das ist kein Fehler des Systems, sondern Teil des Konzepts.
Das Projekt zeigt einen Ansatz, der heute weltweit an Bedeutung gewinnt: Sogenannte Sponge Cities sind so gestaltet, dass sie Regenwasser aufnehmen können wie ein Schwamm.
Wie schaffen wir die “15 Minuten Stadt”?
Kalkbreite, Zürich
Viele Stadtforscher sehen die Stadt der Zukunft zunehmend in polyzentrischen Modellen: Städten mit mehreren Zentren und kurzen Wegen. Der französische Stadtforscher Carlos Moreno hat diese Idee mit dem Konzept der „15-Minuten-Stadt“ bekannt gemacht. Das Ziel: Die wichtigsten Ziele des Alltags – Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Bildung und Freizeit – sollen möglichst innerhalb eines kurzen Fuß- oder Radwegs erreichbar sein.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Kalkbreite in Zürich. Das genossenschaftliche Quartier kombiniert Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und Gemeinschaftsflächen auf engem Raum. Gleichzeitig besitzt ein großer Teil der Bewohner kein eigenes Auto. Kalkbreite zeigt, dass Verdichtung nicht automatisch Enge bedeuten muss. Im Idealfall entstehen Quartiere, in denen mehr Menschen auf weniger Fläche leben – und trotzdem mehr vom Alltag in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft stattfindet.
Wie wird Wohnen wieder bezahlbar?
La Borda, Barcelona
In Barcelona geht La Borda deshalb einen anderen Weg. Das Wohnprojekt gehört einer Genossenschaft. Statt Wohnungen zu kaufen, erwerben die Bewohner lediglich ein dauerhaftes Nutzungsrecht. So wird Wohnraum der Spekulation entzogen und die Kosten langfristig stabil zu halten. Das Modell gilt inzwischen als eines der bekanntesten Beispiele für gemeinschaftliches Wohnen in Europa.
Wie funktionieren nachhaltige Quartiere?
Hammarby Sjöstad, Stockholm
Hammarby Sjöstad wurde Anfang der 1990er Jahre auf ehemaligen Industrieflächen entwickelt. Das Besondere war weniger die Architektur als das Gesamtsystem: Energie, Wasser, Abfall und Infrastruktur wurden von Beginn an gemeinsam geplant. Organische Abfälle werden beispielsweise zur Energiegewinnung genutzt, Regen- und Abwasser werden lokal aufbereitet und viele Wege lassen sich zu Fuß zurücklegen.
Das Ergebnis ist kein spektakuläres Einzelgebäude, sondern ein Stadtteil mit rund 25.000 Einwohnern, der bis heute als eines der bekanntesten Beispiele für nachhaltige Quartiersentwicklung gilt.
Wie nutzen wir Bestehendes neu?
High Line, New York
Wo früher Güterzüge fuhren, spazieren heute Millionen Besucher pro Jahr durch einen Park über den Straßen Manhattans. Die High Line wurde auf einer stillgelegten Hochbahntrasse errichtet und zählt zu den bekanntesten Umnutzungsprojekten der Welt. Sie zeigt, dass die beste Infrastruktur manchmal diejenige ist, die bereits existiert.
Wie holen wir die Natur zurück in die Stadt?
Madrid Río, Madrid
Jahrzehntelang trennte eine Stadtautobahn die Bewohner Madrids vom Fluss Manzanares. Anfang der 2000er Jahre entschied die Stadt, große Teile der Verkehrsachse unter die Erde zu verlegen. Auf der Oberfläche entstand ein über zehn Kilometer langer Grünraum mit Spielplätzen, Sportanlagen und neuen Uferlandschaften.
Madrid Río zeigt, dass Lebensqualität manchmal einfach dadurch entsteht, dass die Infrastruktur verschwindet.
Wie schaffen wir Gemeinschaft?
Superkilen, Kopenhagen
Im Stadtteil Nørrebro leben Menschen aus Dutzenden Herkunftsländern. Statt Unterschiede zu überdecken, machte Superkilen sie zum zentralen Gestaltungselement: Über 100 Objekte aus aller Welt – von Bänken bis zu Leuchtschildern – wurden gemeinsam mit Anwohnern ausgewählt und in den öffentlichen Raum integriert. Entstanden ist kein klassischer Park, sondern eine gebaute Identität des Viertels.
Wie integrieren wir Ökosysteme?
Bosco Verticale, Mailand
Zwei Hochhäuser, mehr als 900 Bäume und mehrere Tausend Sträucher: Seit Bosco Verticale 2014 eröffnet wurde, gilt es als eines der bekanntesten Beispiele für vertikale Begrünung. Die Pflanzen spenden Schatten, verbessern das Mikroklima und schaffen Lebensraum für Vögel und Insekten.
Wie leben wir mit Wasser?
Tianjin Qiaoyuan Park, Tianjin
Viele Städte versuchen Wasser möglichst schnell abzuleiten. Tianjin Qiaoyuan verfolgt den gegenteiligen Ansatz: Das ehemalige Industriegelände wurde in eine Landschaft umgewandelt, die Regenwasser speichert, filtert und kontrolliert wieder abgibt. Wenn es stark regnet, sammelt sich das Wasser an bestimmten Stellen des Parks. Das ist kein Fehler des Systems, sondern Teil des Konzepts.
Das Projekt zeigt einen Ansatz, der heute weltweit an Bedeutung gewinnt: Sogenannte Sponge Cities sind so gestaltet, dass sie Regenwasser aufnehmen können wie ein Schwamm.
Wie schaffen wir die “15 Minuten Stadt”?
Kalkbreite, Zürich
Viele Stadtforscher sehen die Stadt der Zukunft zunehmend in polyzentrischen Modellen: Städten mit mehreren Zentren und kurzen Wegen. Der französische Stadtforscher Carlos Moreno hat diese Idee mit dem Konzept der „15-Minuten-Stadt“ bekannt gemacht. Das Ziel: Die wichtigsten Ziele des Alltags – Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Bildung und Freizeit – sollen möglichst innerhalb eines kurzen Fuß- oder Radwegs erreichbar sein.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Kalkbreite in Zürich. Das genossenschaftliche Quartier kombiniert Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und Gemeinschaftsflächen auf engem Raum. Gleichzeitig besitzt ein großer Teil der Bewohner kein eigenes Auto. Kalkbreite zeigt, dass Verdichtung nicht automatisch Enge bedeuten muss. Im Idealfall entstehen Quartiere, in denen mehr Menschen auf weniger Fläche leben – und trotzdem mehr vom Alltag in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft stattfindet.
Wie wird Wohnen wieder bezahlbar?
La Borda, Barcelona
In Barcelona geht La Borda deshalb einen anderen Weg. Das Wohnprojekt gehört einer Genossenschaft. Statt Wohnungen zu kaufen, erwerben die Bewohner lediglich ein dauerhaftes Nutzungsrecht. So wird Wohnraum der Spekulation entzogen und die Kosten langfristig stabil zu halten. Das Modell gilt inzwischen als eines der bekanntesten Beispiele für gemeinschaftliches Wohnen in Europa.
Wie funktionieren nachhaltige Quartiere?
Hammarby Sjöstad, Stockholm
Hammarby Sjöstad wurde Anfang der 1990er Jahre auf ehemaligen Industrieflächen entwickelt. Das Besondere war weniger die Architektur als das Gesamtsystem: Energie, Wasser, Abfall und Infrastruktur wurden von Beginn an gemeinsam geplant. Organische Abfälle werden beispielsweise zur Energiegewinnung genutzt, Regen- und Abwasser werden lokal aufbereitet und viele Wege lassen sich zu Fuß zurücklegen.
Das Ergebnis ist kein spektakuläres Einzelgebäude, sondern ein Stadtteil mit rund 25.000 Einwohnern, der bis heute als eines der bekanntesten Beispiele für nachhaltige Quartiersentwicklung gilt.
Wie nutzen wir Bestehendes neu?
High Line, New York
Wo früher Güterzüge fuhren, spazieren heute Millionen Besucher pro Jahr durch einen Park über den Straßen Manhattans. Die High Line wurde auf einer stillgelegten Hochbahntrasse errichtet und zählt zu den bekanntesten Umnutzungsprojekten der Welt. Sie zeigt, dass die beste Infrastruktur manchmal diejenige ist, die bereits existiert.



